Wenn ich mir eine Website wie diese anschaue, dann möchte ich ein Gefühl dafür bekommen, was das für ein Mensch ist, der da seinen Inhalt verbreitet. Wie kommt die Person dazu, sich mit dem Thema zu beschäftigen? Warum entsteht daraus ein Angebot und warum genau dieses? Fühlt sich das für mich stimmig an? Möchte ich mich darauf einlassen? Vielleicht geht es Dir ja ganz ähnlich ...
Mein Name ist - wie schon erwähnt - Julia Sophie Aydt. Das war jetzt keine große Überraschung mehr. Besonders überraschend wird der Rest auch nicht, an mir ist eigentlich vieles ziemlich normal. Wobei - ist es das? Dass ich das gerade wirklich schreibe wundert mich ehrlich gesagt selbst, denn genau daran habe ich früher so verzweifelt gezweifelt. Aber was ist schon normal?
Ich habe zwei Kinder, die mittlerweile schon eher groß sind, und lebe mit meiner Familie im Schwarzwald. Dort arbeite ich mit Begeisterung als Logopädin (meistens jedenfalls😉). 2021 habe ich den Begriff "Hochsensibilität" kennengelernt, und damit kam ganz unerwartet Bewegung in alles, was bis dahin "halt so war, wie es war". Irgendwie spät, aber besser spät als nie, und im Grunde genommen zum genau richtigen Zeitpunkt.
Plötzlich hatte ich eine Schublade, in die ich hineinpasste, nachdem ich mein Leben lang das Gefühl gehabt hatte, ganz alleine neben der Kommode zu stehen. Nachdem ich endlich "drinnen" war, habe ich dort sehr viele Erklärungen für mein Erleben und meine bisherigen Erfahrungen mit dem Leben gefunden, die mir geholfen haben, mich selbst ganz neu oder überhaupt erst richtig kennenzulernen.
Der größte Nutzen dieser Einordnung war vielleicht, dass ich darüber eine wundervolle Mentorin gefunden habe [Danke für ALLES, Du Liebe 🙏]. Ich wusste zwar nicht, dass ich Unterstützung gesucht hatte, aber ich wusste, dass ich sie annehmen wollte, als ich ihr begegnet bin. Sie hat mich begleitet und mir gezeigt, dass ich so viel mehr bin, als in eine Schublade passt, und dass ich selbst der Schlüssel bin, nicht nur für die Schubladen, sondern auch für alle Truhen, Türen, Fenster und sonstigen Überraschungen in meinem Inneren, die ich bis dahin nicht einmal gesehen, geschweige denn geöffnet hatte.
Zuerst mit und dann immer mehr auch ohne Unterstützung meiner Mentorin habe ich mich auf den Weg gemacht, diese Geheimnisse in mir zu erkunden. Dabei tauche ich gleichzeitig immer tiefer in mein Selbst hinein und sehe immer weiter darüber hinaus. Dieser Prozess hat mich verändert, oder nein, eigentlich macht er nach und nach all die Veränderungen rückgängig, die mich im Laufe des Lebens von mir selbst entfernt haben. Einmal eingeschlagen fühlt sich dieser Weg so richtig an, dass ich ihn immer weiter gehe. Mehr zu dieser Reise heraus aus dem Netz von Drama und Verstrickung und hin zu wahrem Selbst-Bewusstsein, Selbst-Wert und Selbst-Vertrauen, zu wahrer Sicherheit in mir selbst, könnt Ihr hier lesen:
Um noch einmal auf das Bild der Schublade zurückzukommen: ich fühle mich inzwischen der ganzen Kommode zugehörig, auch wenn ich nicht in jedes Schubfach passe und nicht jedes gleich gerne mag. Und gleichzeitig stehe ich auch immer noch daneben. Nur bin ich dabei nicht mehr alleine, selbst wenn mal niemand bei mir ist. Denn ICH bin bei mir, und ich bin für mich da.
Mit den Auswirkungen, die das alles mit sich bringt, habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ich bin da eher reingestolpert und ins Rutschen geraten, und habe dann gleichzeitig versucht, mich festzuhalten und vorwärts zu rudern. Erst mit der Zeit habe ich ganz langsam angefangen, mich auf dem Fluss treiben zu lassen und es zu genießen. Dabei ist es nicht immer leicht, mit den Veränderungen in meinem Inneren oder mit denen in meinem Privatleben und meiner Arbeit umzugehen. Aber bei allen teils heftigen inneren und äußeren Herausforderungen, die mein Weg mit sich bringt, macht er mich immer glücklicher und freier, selbst in den dunkelsten Momenten. Weil ich immer mehr sein kann, wer und wie ich wahrhaftig bin.
Besonders bei der Arbeit habe ich schnell gemerkt: Je tiefer ich mich auf mich selbst einlassen kann, um so tiefer kann ich mich auch auf andere einlassen. Je feiner meine Wahrnehmung für mich und meine Themen wird, um so feiner nehme ich auch die Themen anderer wahr. Unsere Geschichten sind so unterschiedlich wie wir Menschen einzigartig sind, und doch sind unsere Themen genauso universell wie individuell. Ich habe mich immer öfter in Gesprächen wiedergefunden, die ich mir bis dahin nie hätte träumen lassen. [Falls sich hier jemand von meinen Patienten wiedererkennt: Ich bin Ihnen unendlich dankbar für Ihre Offenheit und Ihr Vertrauen! 💐]
Diese Gespräche haben meine Arbeit als Logopädin sehr bereichert und ganzheitlicher gemacht. Sie haben mir aber auch aufgezeigt, wo ich mich mit meinem Gegenüber gerne ohne die Vorgaben und Begrenzungen einer ärztlich verordneten Behandlung wirklich den Themen zuwenden möchte, die gerade gesehen werden wollen. Das sind zwar sehr oft Themen, die mit der Logopädie und insbesondere mit der Stimm- und Stottertherapie eng zusammenhängen (z.B. die Stimme erheben, klar für sich sprechen und einstehen, die eigene Wahrheit aussprechen, gehört werden, verstanden werden, sich selbst ausdrücken können, sich selbst mit allen Eigenheiten annehmen...), aber eben nicht nur. Und so wichtig diese Themen im logopädischen Kontext sind, sprengen sie in ihrer Tiefe oft den dort zur Verfügung stehenden Rahmen.
Um Menschen ganz frei so begleiten und unterstützen zu können, wie es ihnen jeweils gerade am meisten dient, habe ich mich dem Coaching zugewandt. Ich bin bei meiner Mentorin und anderen inspirierenden Menschen in die Lehre gegangen und habe mich in ihrer "Kunst" ausbilden lassen. Meine wichtigsten Werkzeuge sind meine Intuition, mein Bewusstsein und die Erfahrung (und zwar ganz körperlich am eigenen Leib) den oben beschriebenen Weg selbst gegangen zu sein und noch zu gehen. Diese Werkzeuge habe ich zu nutzen gelernt und ich verfeinere sie immer weiter: Indem ich meinem Weg weiter folge und indem ich von und mit den Menschen lerne, mit denen ich arbeiten darf. Wenn Du also auf Deinem ganz eigenen Weg von mir begleitet werden möchtest, dann treffen sich unsere Wege vielleicht genau hier.