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Es gibt so viele tolle Möglichkeiten, wie wir miteinander kommunizieren können: friedlich, wertschätzend, ehrlich, verständnisvoll, gewaltfrei, respektvoll, offen, empathisch, bedürfnisorientiert, freundlich, liebevoll oder welches schöne Wort auch immer wir dafür finden wollen. Wir können dafür Kurse besuchen, Bücher lesen, Methoden erlernen und Konzepte entwickeln, oder wir folgen intuitiv unserem Herzen und tun das, was sich richtig anfühlt. All das hat seine Berechtigung und kann uns in ein erfüllendes Miteinander führen: ein Miteinander, in dem jeder gesehen, angenommen und geschätzt wird und in dem alle Grenzen und Bedürfnisse gleich wichtig sind, selbst wenn nicht immer alle Bedürfnisse gleichermaßen erfüllt werden können.
Zugegeben, leicht ist das nicht, denn meist haben wir das nicht unbedingt vorgelebt bekommen und müssen es uns erst aneignen und dafür hartnäckige alte Muster ablegen. Da geht schon mal die eine oder andere Situation schief, gar keine Frage. Aber möglich ist es, ganz sicher ist es das! Wenn alle Beteiligten sich einig sind, diesen Weg miteinander zu gehen und gemeinsam an den sich zeigenden Schwierigkeiten zu wachsen, dann muss es nicht einmal immer "klappen", um zu gelingen. Schließlich sind es gerade die schwierigen Momente, in denen wir das Wichtigste lernen.
Ein gewisses Maß an Idealismus und Entschlossenheit gehört sicherlich dazu, um sich nicht gleich entmutigen zu lassen, genauso wie die Bereitschaft, sich wirklich den eigenen "Dämonen" zu stellen. All das bringe ich persönlich zu Genüge mit. Und so habe ich mich jahrelang dem Glauben hingegeben, dass ich damit bestimmt ausgleichen könne, wenn andere Beteiligte etwas weniger mitziehen und sich alle vielleicht gar nicht sooo einig über das Ziel sind.
Aber genau da liegt die Grenze, genau da entscheidet sich etwas ganz Wesentliches: geben wir unseren alten Dialogen einfach nur schönere Worte und einen beherrschteren Tonfall, oder bekommen unsere Worte und unser Miteinander wirklich eine tiefere, neue Bedeutung? Bestreuen wir die alten Muster gewaltvoller Kommunikation einfach mit hübschem Glitzer oder lassen wir sie hinter uns und wagen uns auf einen wirklich anderen Weg, auch wenn der phasenweise mal so gar nicht glitzert?
Auf diesem Weg geht es eben nicht, andere irgendwie mitzutragen. Es ist etwas, das wirklich alle Beteiligten selbst wollen müssen, mit all den Konsequenzen, die es mit sich bringt. Und natürlich muss es niemand wollen, jeder ist frei, seinen Weg zu wählen. Aber wo einer will und der andere nicht, da wird es nicht gelingen, das wirkliche Mit-Einander. Wir können viel alleine schaffen, aber kein Miteinander. Dazu gehören nun mal mindestens zwei, und wenn das nicht gegeben ist, dann muss man sich entscheiden: für die eigenen Wünsche, Grenzen, Werte, Bedürfnisse und Ziele, oder dagegen. Auch da ist jeder frei, welchen Weg er oder sie wählt, und mir persönlich ist die Wahl "Für mich" wahrlich nicht leicht gefallen. Aber ich habe sie irgendwann getroffen.
Und dann kommt ein ganz seltsamer Wendepunkt. Auf dem Weg, sich ganz praktisch und real aus diesem "Miteinander" zu lösen, das gar kein wahres Mit-Einander ist, wäre es ja so schön, wenn es liebevoll, friedlich, empathisch, bedürfnisorientiert, wertschätzend, verständnisvoll, freundlich, ehrlich, gewaltfrei, respektvoll oder wenigstens offen zugehen könnte. Nur genau dem fehlte ja vorher schon die Basis, sonst müsste man sich ja nicht daraus lösen. Und wenn Grenzen und Bedürfnisse einfach nicht gesehen und geachtet werden, egal wie oft sie friedlich und respektvoll kommuniziert werden, dann kommt der Moment, in dem andere Worte und Töne nötig sind. Mancher, der beim Reden vielleicht sogar sehr kunstfertig mit Glitzer umgehen kann, ist beim Zuhören dennoch nicht in der Lage, etwas anderes als eben diese alten, gewaltvollen Botschaften zu entschlüsseln.
Es ist nicht schön an diesem Punkt. Es fühlt sich an wie kämpfen müssen oder sterben, und irgendwie ist es ja auch genau das. Aber was da kämpft und stirbt ist nicht der neue Weg, sondern der alte, der sich noch einmal aufbäumt.
Wenn Du an den neuen Weg glaubst, dann lass Dir an dieser Stelle nicht das Gegenteil einreden, von niemandem! Dann lass ihn sterben, den alten Weg, auch wenn es schwer ist und weh tut, und erwecke den neuen Weg anderswo zum Leben: da, wo andere ihn bereitwillig mit Dir leben wollen. Du wirst diese Menschen finden, oder kennst sie schon längst. Mich zum Beispiel hast Du ja schon gefunden! Es gibt mich übrigens wirklich, ich bin nicht bloß eine Internetseite. Ich bin ein Mensch, ganz echt und lebendig, alles andere als unfehlbar, dafür berührbar, erlebbar und erreichbar. Du musst mir nur schreiben 😉
Also ich weiß ja nicht, ob es an der dunklen Jahreszeit oder der dunklen Weltlage liegt, aber in mir sprühen die Ideen und Visionen wie Feuerwerk! Und nicht nur das, sie wollen umgesetzt und gelebt werden, in neuen Angeboten (hier und hier), und vielleicht sogar mit Dir?
Ja, die Welt ist gerade ziemlich 🤬$#&*€?!🫣. Kein Wunder, so wie wir sie und uns seit Jahrhunderten behandeln! Aber wenn das, was wir bisher gemacht haben, so offensichtlich an die Wand fährt, dann heißt das doch "einfach nur", dass wir endlich etwas anders machen müssen!
Wenn all das Bewerten, Bestrafen und Beschämen, das Fordern, Kämpfen und sich Nehmen, das Besitzen, Beherrschen und Benutzen, das Vergleichen, Verurteilen, Verletzen und Verdrängen, all die Hierarchien, Grenzen und Gebote uns genau hier hin gebracht haben, dann kann doch damit irgendetwas nicht ganz stimmen! Ja, es war einen Versuch wert. Hätte ja gut sein können! Aber haben wir Menschen das nicht inzwischen lange genug ausprobiert? Vielleicht hat all das schon längst ausgedient - oder es hat überhaupt niemals gedient.
Aber was haben wir denn anderes zur Verfügung, wenn wir doch alle nur diese Welt kennen, nur DAS gelernt haben? Oder haben wir das gar nicht, jedenfalls nicht NUR? Ist da nicht auch noch etwas völlig Anderes in uns, etwas Neues, oder zumindest lange in Vergessenheit Geratenes? Etwas, das zu keiner Zeit, an keinem Ort und in keiner Generation je ganz verstummt ist? Eine Stimme, die vielleicht in jedem von uns schlummert, die manchmal flüstert und in manchen ganz laut schreit? Wovon erzählt sie uns denn?
Mir erzählt sie vom Geben, Annehmen und Wertschätzen, vom urteilsfreien Sehen, Verstehen und Mitfühlen, vom Freilassen aus Schuld, Projektionen und Erwartungen. Davon, dass wir jeden und jede so sein lassen und achten dürfen, wie er oder sie ist. Sie erinnert mich daran, dem Potential des Einzelnen und einer Gemeinschaft zu vertrauen, in der wir alle gleich wertvoll sind, unabhängig von unserer Leistung und unserer Geschichte. Sie fragt, ob es vielleicht darum geht, Verletzlichkeit zu erlauben und mit Respekt zu begegnen, und ob darin wohl unsere wahre Stärke zu finden ist, jenseits der Angst? Was sagt sie noch, diese Stimme, was sagt sie in Dir?
Wenn es nur leise genug wäre im Kopf und im Herzen, um diese Stimme zu hören, und wenn es nur diesseits der Angst nicht so oft so unglaublich schwer wäre, ihr zu folgen ...
Da sind so viele Konditionierungen in uns, so viele Glaubenssätze, Verbotsschilder und Schutzmauern, die uns immer wieder die gleichen Wege gehen lassen, selbst wenn wir gerne einen anderen einschlagen würden. Nicht, weil diese Wege so schön sind, sich so gut anfühlen oder uns dahin bringen, wo wir hin wollen. Nein. Viel eher, weil sie bekannt sind, vertraut durch die vielen Male, die wir sie gegangen sind und dadurch überlebt haben. Das macht sie sicher, sicher in dem Sinne, dass wir uns darauf auskennen und genau wissen, was uns erwartet, selbst wenn es nicht das ist, was wir uns wünschen. Diese Konditionierungen aufzudecken, zu durchbrechen und sie irgendwann abzulegen, ist nicht leicht, aber ES IST MÖGLICH! Und dahinter sind wir frei, schwindelerregend frei, unser Leben und diese Welt neu zu sehen und zu gestalten!
Hast Du Lust auf dieses Abenteuer? Dann schau Dir an, welche Möglichkeiten es gibt, mit mir zu arbeiten!
Vielleicht möchtest Du auch Teil dieser besonderen kleinen Gruppe werden? Oder, wenn das Thema Dich nicht betrifft, einfach den Link teilen und so dazu beitragen, dass diejenigen von der Gruppe erfahren, für die sie gemacht ist?
Ich weiß, dass man mich eine idealistische Träumerin nennen kann. Und weißt Du was? Genau das bin ich auch, irgendjemand muss die Träume ja träumen! Aber ich belasse es nicht dabei. Ich stehe auch auf und gehe los, irgendwer muss schließlich auch das tun! Wann, wenn nicht in dieser Zeit, zählt jeder Funke, der das Dunkel erhellt?
Der 22.10. ist für mich der perfekte Zeitpunkt, um gleich ganz viele meiner Herzensangelegenheiten zusammenzubringen: nämlich das Thema Stottern mit Themen wie Hochsensibilität, Selbstannahme, Potentialentfaltung und Selbstausdruck!
Tolle Themen sind das, aber auch Themen, von denen ich früher nichts wusste und vor allen Dingen nichts wissen wollte, und von denen ich niemals gedacht hätte, das es mal meine Herzensthemen werden könnten. Sie können einem schon wie ein ganz schön großer, grimmiger Berg vorkommen. Für jemanden, der stottert, sieht dieser Berg oft wie eine völlig unüberwindbare Felswand aus. Aber mal ganz ehrlich: so ging es mir schon ganz ohne Stottern... 🫣
Meine Stimme zu erheben, klar für mich zu sprechen und einzustehen, meine eigene Wahrheit auszusprechen, gehört zu werden, verstanden zu werden, mich selbst auszudrücken, mich selbst mit allen Eigenheiten anzunehmen, zu sehen oder gar zu zeigen, was in mir steckt, das kam für mich lange überhaupt nicht in Frage.
Vielleicht bin ich genau deswegen Logopädin geworden, und Stottern zu einem meiner Lieblings-"Störungsbilder"? Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Schon gar nicht, als ich als eh schon sehr verschreckte junge Frau in der Ausbildung im Fach "Stottern" damit konfrontiert wurde, dass ich stottern lernen musste! Nicht nur im stillen Kämmerchen, nein, auch vor allen Mitschülerinnen, vor den Lehrkräften, vor Passanten und Verkäufern, am Telefon und auf dem Weihnachtsmarkt. Mit Wie-wie-wiederholungen, lllllllllllllllllllllangen Dehnungen, harten - - - - - - - - Blocks, und sogar mit Mitbewegungen. Mit allem drum und dran. Krass. Wer richtig mutig ist kann es ja mal selbst ausprobieren...
Jedenfalls kenne ich vieles, was stotternde Menschen bewegt, aus meinem eigenen Erleben: Ohnmacht, Scham, (Selbst-)Ablehnung, Ausgrenzung, Wut, Vermeidung, Erwartungsdruck, (Selbst-)Verurteilung, Enttäuschung, Verzweiflung. Nicht gesehen werden, nicht gehört werden, nicht verstanden werden. Falsch sein. Und ich weiß inzwischen, dass das nicht die ganze Wahrheit, nicht das ganze Leben ist! Da ist noch mehr, noch viel, viel mehr, und was ich gefunden habe, das kann auch jeder andere finden, mit oder ohne Stottern. Denn am Ende sind wir alle einfach wir selbst, und wie wir sprechen macht genauso viel oder wenig aus, wer wir sind, wie jedes andere unserer Merkmale!
Mit Euch gemeinsam natürlich! Mit all denen, die sich von diesem Text angesprochen fühlen, und die sich gerne mit anderen Menschen zu diesen Themen austauschen möchten: über die eigenen Erfahrungen, Wünsche und Herausforderungen, und auch über die kleinen und großen Erfolge oder Rückschläge.
In erster Linie richtet sich dieses Angebot an Menschen, die selbst stottern. Für und mit Euch möchte ich eine geschlossene, sichere Chatgruppe eröffnen und gestalten, in der genau dieser Austausch stattfinden kann. Es darf also geschrieben werden 😉, und wer möchte kann sich natürlich auch über Sprachnachrichten mitteilen. Freiwillig, wertschätzend und wertungsfrei könnt Ihr Euch zeigen und gegenseitig sehen und unterstützen, denn Gemeinschaft trägt und beflügelt!
Wenn Du Dich als nicht stotternder Mensch angesprochen fühlst, dann melde Dich ruhig trotzdem. Vielleicht gibt es dann eine weitere Gruppe für alle, die auch ohne Stottern an einem solchen Austausch interessiert sind. Die Entscheidung, ob es eine gemeinsame Gruppe gibt, würde ich gerne einstimmig den stotternden Teilnehmern überlassen. Schließlich geht es zuerst um den sicheren Raum für sie.
Also komm, wie Du bist, und bring alles mit: alles, was da ist, und alles, was nicht da ist, egal ob ausgesprochen oder unaussprechlich. Du musst nichts vorbereiten, nichts können, nicht soundso sein, an keiner bestimmten Stelle stehen, und auch nicht erst noch irgendetwas erreichen oder schaffen (Du musst nicht einmal alles gelesen haben, was ich hier auf die Website geschrieben habe 😂). Wenn Du fühlst, dass Du es ausprobieren möchtest, dann ist das alles, worauf es ankommt.
Ein paar Worte noch zu den Rahmenbedingungen: In erster Linie öffne ich einfach den Raum für Euren Austausch und sorge für die geschützte, wertschätzende und wertungsfreie Atmosphäre. Dafür wünsche ich mir von den Teilnehmern der ersten Stunde einen einmaligen "Eintrittspreis" von 5€. Ob, wann und in welchem Rahmen sich danach weitere Kosten für Euch ergeben, hängt ganz davon ab, wie intensiv Ihr in der Gruppe von mir begleitet werden möchtet, wie viel Input Ihr Euch von mir wünscht und auf wie viele Teilnehmer sich die Kosten verteilen. Das gestalten wir dann im Laufe der Zeit gemeinsam und bei Bedarf auch individuell.
Woher kommt eigentlich dieser Gedanke, dass man Kindern (oder Menschen allgemein) nicht zu sehr entgegenkommen, sie nicht ihren Willen durchsetzen lassen sollte? Dass sie nicht ständig eine Extrawurst verlangen können, weil es ihnen sonst zu wohl werden und sie einem auf der Nase herumtanzen könnten? Was steckt denn da für ein Menschen- und Weltbild dahinter?!
Der Gedanke kommt aus einem kollektiven, von Generation zu Generation weitergegebenen, tief verinnerlichten und zu persönlicher Erfahrung gewordenen Glauben: der Glaube, dass das Kind (oder jeder Mensch) "bockig macht", um den Erwachsenen zu manipulieren, ihn zu einem bestimmten Verhalten zu bringen und etwas zu "ertrotzen", das dem Kind eigentlich nicht zusteht. Wird diesem Verhalten nachgegeben, indem man die frechen Forderungen erfüllt, so gibt man das Heft aus der Hand, während dem Kind der Erfolg zu Kopf steigt und es einen aus reinem Übermut mit noch unerhörteren Forderungen unter Druck setzt. Reicht man ihm den kleinen Finger, will es - unersättlich - gleich die ganze Hand.
Was für ein Ringen um Macht und Positionen, was für ein Gegeneinander, was für ein Kampf. Wie aufreibend, wie ermüdend - und wie vergeblich. Was für ein tiefer, eigener Schmerz spricht daraus...
Aber was, wenn es gar nicht darum geht? Was, wenn jedes Kind, das auf diese Welt kommt, einfach nur ausdrückt, wenn es gerade irgendetwas braucht, um sich sicher zu fühlen? Und was, wenn es das dann einfach bekommt?
Dann ist da ein Kind, das sich sicher, gehalten, unterstützt und verstanden fühlt, statt hilflos, verlassen und in Gefahr. Ein Kind, das zufrieden ist und sich an der Fülle des Lebens freut, statt lernen zu müssen, seine unbefriedigten Bedürfnisse zu unterdrücken. Ein Kind, das diese Freude mit anderen teilt, statt eifersüchtig über seinen Anteil wachen oder darum kämpfen zu müssen. Ein Kind, das gerne all das zurückgibt, was es bekommen hat, statt eines, das nie genug bekommen kann. Ein Mensch, der sich selbst und andere als wertvoll, wirkungsvoll und sinnvoll erlebt, statt einer, der Macht über andere zu erlangen versucht, um endlich nicht unterlegen zu sein. Ein Mensch, der weiß und sagt, was er braucht und denkt, statt einer, der seine Bedürfnisse nicht spürt und seine Interessen mit Gewalt oder durch die Hintertür durchzusetzen versucht. Ein Mensch, der dem Leben und sich selbst vertraut, und dem man vertrauen kann, statt einer, der immer auf der Hut ist und vor dem man sich in Acht nehmen muss.
Ja, es gibt solche Kinder, solche Menschen. Menschen, die andere manipulieren und ausnutzen, die Machtspielchen spielen und es darauf anlegen, andere zu verletzen - oder sich selbst. Natürlich gibt es die, ganz viele sogar: so ein verletzter, verunsicherter Mensch steckt in jedem von uns. Wie sollte es auch anders sein, wenn wir genau so in dieser Welt empfangen werden und genau das vorgelebt bekommen? Wie sollen wir anderen gönnen und geben können, was uns selbst nie voll und ganz zugestanden wurde? Was sollen wir da schon anderes tun, als es unsererseits wieder so vorzuleben?
Nun, wir können schon etwas anderes tun, und tun es vielleicht längst. Wir können uns darüber bewusst werden und uns damit auseinandersetzen, wie sich das für uns anfühlt. Und wir können entscheiden, ob wir daran festhalten wollen, an diesem Glauben an "das bockige Kind", das Gegeneinander und die Notwendigkeit, Macht über andere zu haben - oder ob wir etwas anderes glauben und leben wollen. Denn dieser Glaube ist genau so lange wahr, wie wir ihn zur Wahrheit machen, indem wir so leben.
Ich glaube daran nicht. Ich glaube an das Gute in jedem Menschen, an das Miteinander, an die Freiheit - und auch an die ganz individuelle "Extrawurst". (Wieso denn auch nicht? Wie könnte denn je für uns alle das Gleiche passen?) Und ich entscheide mich, das so gut ich kann auch zu leben und in die Welt zu tragen. Leicht ist das nicht unbedingt, und gelingen tut es mir auch nicht immer. Aber für mich ist es immer noch leichter, als tagtäglich mein innerstes Gefühl, mein Wesen, meine Wahrheit und meine Werte zu verleugnen und zu verletzen.
An was glaubst Du? Wofür willst Du Dich entscheiden?
Mich hat ein Erlebnis beeindruckt, das ich neulich in der Logopädie mit einem sechsjährigen Jungen hatte. Für mich zeigt es im Kleinen die große Magie, die entsteht, wenn man Gefühle da sein lässt und annimmt.
Wir haben ein Spiel gespielt, Max Mäuseschreck, und dabei gehört es dazu, wenn man als Maus dem Kater begegnet, dass man eines der gesammelten Käsestückchen abgeben muss. Diese Situation ist also eingetreten und der Junge hat, wie jedes Mal sonst auch, "damit nicht umgehen können". Er hat sich geweigert, ein Käsestück abzugeben, ist ganz unruhig geworden, hat sich gewunden und gequietscht, hat noch einmal anders würfeln wollen, in die andere Richtung laufen, das Spiel aufräumen, egal was, Hauptsache er muss den Käse nicht hergeben.
Ich habe intuitiv für ihn formuliert, dass er gar nicht aushalten kann, wie sich das Abgeben anfühlt, und wie doof es für ihn sein muss, dass er deswegen ja nie fertigspielen kann und immer aufhören oder schummeln muss, weil er das Gefühl nicht aushält, so traurig zu sein. Wie schade das eigentlich ist und wie sehr es ihn einschränkt, dem immer ausweichen zu müssen. Das hatte er nicht erwartet. Er hat ganz stillgehalten und mich unverwandt angeschaut. Das war etwas ganz anderes als das übliche "Deswegen musst du doch nicht traurig sein, das ist doch nicht so schlimm, guck mal ich mache doch auch kein Theater, wenn ich meinen Käse abgeben muss, da muss man sich doch nicht ärgern, du bist doch schon groß, du willst doch bald in die Schule, da muss man so was doch können ...".
Ich habe gesagt, dass ich verstehen kann, dass er traurig ist, und dass es schwer ist, das auszuhalten, dass ich es aber mit ihm zusammen aushalten kann. Und dass es okay ist, traurig zu sein. Dass ich auch traurig bin, wenn ich meinen Käse abgeben muss, aber dass ich auch das aushalten und deswegen weiterspielen kann. Er hat mich immer noch nur angeschaut. Dann hat er seinen Käse weggelegt und mir den Würfel gegeben und wir haben weitergespielt. Kurz darauf musste er wieder einen Käse abgeben und hat das, mit Bedauern, aber ohne Jammern, einfach gemacht. Wir konnten ruhig und friedlich zu Ende spielen. Ich weiß nicht mal mehr, wer von uns am Ende gewonnen oder verloren hat. Es war okay, wie es war.
Ist das nicht eine unglaublich magische Verwandlungskraft?
"Gänsehaut! Warum erklärt einem das eigentlich niemand, bevor man Kinder bekommt? Das macht es doch für alle so viel leichter..." (von S.)
Vor zwei Jahren bin ich einen Frühling, Sommer und Herbst lang sehr häufig barfuß spazieren gegangen, immer die gleiche Runde im Wald. Nein, genau genommen bin ich gar nicht barfuß durch den Wald gelaufen, das war mir Sensibelchen zu direkt, zu pieksig, zu "insektenlastig". Genau genommen bin ich in Socken durch den Wald gelaufen. Frag mich nicht, wie ich auf die Idee kam, ich weiß es selbst nicht. Der Impuls war da und ich bin ihm gefolgt - und ich habe es geliebt! Es war mir irgendwie peinlich und ich habe immer darauf gehofft, niemanden zu treffen, aber es hat sich so gut angefühlt, dass ich es trotzdem immer wieder gemacht habe, sogar noch im November bei 7 Grad und Regen.
In dieser Zeit habe ich tiefgreifende Veränderungen durchlaufen und auf eine völlig neue Weise zu mir selbst gefunden. Es ging mir unglaublich gut, so gut wie nie zuvor, sowohl körperlich als auch seelisch. Die verschiedensten körperlichen Beschwerden von Allergien über Schmerzen bis hin zu orthopädischen Problemen haben sich in Luft aufgelöst, manche vollständig, manche zu großen Teilen, alles davon bis heute anhaltend. Nur seelisch habe ich seitdem nicht mehr ganz an diesen Zustand anknüpfen können und mich immer nach diesem wunderbaren Gefühl gesehnt.
Vor dem Winter hat mir die Aussicht, nicht mehr so mit meinem Wald verbunden sein zu können, richtig Angst gemacht. Und dann habe ich es natürlich doch irgendwie ausgehalten und vielleicht sogar ein Stück weit vergessen, wie gut es sich angefühlt hat. Nach dem Winter habe ich nicht wieder in diese Gewohnheit zurückgefunden. Frag mich bitte wieder nicht, wieso. Ich hatte es immer vor, aber dann war so viel los und überhaupt und na ja. Das kennst Du sicher: man weiß eigentlich ganz genau, was einem gut tun würde, aber man macht es irgendwie doch nicht.
Ich habe diese Veränderungen damals durchaus mit dem Barfußlaufen in Verbindung gebracht. Nicht ausschließlich natürlich, da haben viel mehr Ebenen und Faktoren mitgewirkt. Aber mir war sehr wohl klar, dass das eine ausschlaggebende Rolle gespielt hat, deswegen hatte ich ja solche Angst vor dem Winter. Nur verstanden habe ich es nicht. Bis ich mich vor Kurzem durch eine zufällige Begegnung an einen Film erinnert habe, den ich schon damals empfohlen bekommen aber nie gesehen hatte [viele Grüße, falls Du das liest, liebe "Empfehlerin" und liebe "Zufallsbegegnung" 👋]. Ich habe ihn mir angeschaut und er handelt genau davon: von dem Effekt, den direkter Körperkontakt mit der Erde auf unseren Körper und unsere Gesundheit hat!
Wenn ich es nicht selbst genau so erlebt hätte, dann hätte ich vielleicht nur skeptisch die Augenbrauen hochgezogen. So aber hat es mich inspiriert, endlich meinen inneren Schweinehund zu überwinden und die "Waldsocken" wieder anzuziehen. Und was soll ich sagen: obwohl ich inzwischen fast immer sehr "bei mir" bin, war es wie nach Hause kommen - nach Hause in den Wald und nach Hause zu mir.
Wenn Dich der Film interessiert, dann schau mal unter Links und Empfehlungen nach, dort habe ich ihn für Dich hinterlegt.
Musik ist toll. Sie ist Klang, ist Schwingung, sie bewegt und berührt uns. Sie wirkt auf uns, ja klar, aber was wirkt da eigentlich? Sind es nur die Klänge, oder ist da vielleicht noch mehr? Sie erzählt doch auch eine Geschichte, transportiert einen Inhalt, eine Intention! Schon ganz ohne Worte, aber natürlich erst recht, wenn sie einen Text hat. Auch dieser Inhalt, auch die Worte wirken, und zwar immer, ob wir ihnen zuhören oder nicht. Auch total unterbewusst beeinflussen sie unser ganzes System und unsere Schwingung. Als mir das so richtig bewusst geworden ist habe ich mich mehr mit Liedtexten auseinandergesetzt. Und - meine Güte, sooo viele Lieder sind sooo voll von Verurteilung, Schuld, Leid, Schmerz, Abhängigkeit und üblen Glaubenssätzen! Und das höre ich mir freiwillig an, lasse mich davon berieseln und beeinflussen?!
Daraufhin habe ich angefangen, ganz bewusst Lieder zu suchen, die nicht nur schön klingen, sondern auch einen positiven, heilsamen Text haben. Es war erstmal gar nicht so leicht, welche zu finden, aber mit der Zeit wurde ich besser im Suchen und im Finden. Es sind schon ganz schön viele zusammengekommen, denn es gibt sie sehr wohl. Inzwischen möchte ich überhaupt nichts anderes mehr hören, es tut mir nämlich unheimlich gut.
Ich bin überzeugt davon, dass neben meiner intensiven inneren Arbeit die Musik ganz wesentlich dazu beigetragen hat, dass ich sehr gut und sehr schnell sehr viel Altes, Negatives loslassen konnte. All die Misstöne in mir wurden von der Musik quasi aus meinem Unterbewusstsein herausgespült, und ich wurde neu gefüllt mit bestärkenden, nährenden und befreienden Schwingungen. Die Kombination aus harmonisierenden Tönen und Worten hat mich wie ein Rettungsring durch einige sehr schwere Phasen getragen, in denen ich mich oft selbst gefragt habe, warum ich eigentlich nicht zerbreche, sondern ganz im Gegenteil immer leichter und freier werde.
Die Frage, welche Musik wir hören, ist also eine ganz grundsätzliche, nämlich: was wollen wir in unser System reinlassen und was nicht? Es macht einen Unterschied!
Eine Auswahl solcher Lieder, die mir gut tun, habe ich für Dich in einer Playlist zusammengestellt. Ich danke allen von Herzen, die eines dieser Lieder (oder ein anderes) zu mir gebracht haben - oder mich zu dem Lied!
Den Link zu dieser Playlist findest Du in der Rubrik Links und Empfehlungen.
Es erschreckt mich immer wieder, wie tief verwurzelt manipulatives Verhalten in unserer Welt ist, wie reflexartig es bis ins kleinste Detail verwendet wird. So selbstverständlich, dass kaum einer merkt, was er oder sie da überhaupt tut. Manipulation ist überall, überall! Wie verhalte ich mich, damit ..., was sage ich wie und was lasse ich lieber bleiben, damit nicht ... - die ganze Zeit! Ich meine nicht die großen Dinge, die offensichtlich sind. Ich meine die kleinen Dinge, die meist unbewusste Absicht, mit so gut wie jeder Handlung eine bestimmte Wirkung beim anderen zu erreichen. Was steckt dahinter?
Wir manipulieren, um Interessen durchzusetzen, damit unsere Bedürfnisse nicht übergangen und wir nicht benachteiligt werden, um nicht als die Bösen dazustehen, um ungeschoren davonzukommen, irgendwie durchzukommen, einfach um zu überleben. Aus Mangel und Angst eigentlich, nicht aus böser Absicht. Das gibt es natürlich auch, aber das meine ich hier gar nicht. Oft steckt ja dahinter, etwas Gutes erreichen zu wollen, für uns selbst und andere, oder jemanden nicht zu überfordern, zu schonen.
Aber egal wie wohlmeinend, es bleibt dennoch manipulativ, und auch anmaßend. Die Grundhaltung dahinter ist ja: ich weiß besser als du, was gut für dich ist. Ich lenke dich so, wie du es in meinen Augen brauchst. Aber vielleicht auch nur wie ich es brauche, um mich sicher zu fühlen? Um das Gefühl zu haben, alles unter Kontrolle zu haben? Das ist nicht böse gemeint, gar nicht, sondern es ist einfach das, was wir von klein auf lernen: es ist unsicher in diesem Leben, und mein Gegenüber ist selbst nicht stabil genug, um es für sich und für mich sicherer zu machen. Meine einzige Chance auf Sicherheit ist, selbst die Verantwortung dafür zu übernehmen, es sicher zu machen, indem ich die Situation durch mein (Wohl-)Verhalten und meine (wohl gewählten) Worte manipuliere und kontrolliere. Diese Verantwortung übernehmen wir schon als Kinder, wenn uns niemand Stabilität bietet, die unabhängig von unserem Zutun ist.
Dabei hätte es uns zugestanden, dass da jemand ist, der emotional für sich selbst sorgen kann, sich selbst Halt geben kann, auch wenn er oder sie mal wegschwimmt in der Haltlosigkeit des Lebens. Jemand, der seine eigene Stabilität nicht daraus zieht, dass ein Kind ihn bestätigt, beschwichtigt und entlastet, indem es funktioniert. Jemand, der in sich stabil ist, kann sanft und behütend einen sicheren Rahmen bieten, in dem wir uns frei entfalten und ausprobieren können. Kann für uns filtern und uns nur mit den Herausforderungen konfrontieren, die wir mit und dann auch ohne Unterstützung bewältigen können, um daran zu wachsen. Von so jemandem können wir lernen, wie sich Sicherheit anfühlt, wie innerer Halt geht und wie man die Verantwortung für sich selbst trägt.
Wenn das nicht so war, dann haben wir das eben übernommen, für alle anderen. Dadurch waren und sind wir in der Lage, eine gewisse äußere Sicherheit herzustellen und uns wirksam und mächtig, sogar hilfreich und gut zu fühlen. In uns selbst bleiben wir aber völlig überfordert, verunsichert und haltlos, da bleiben wir in der Angst und im Mangel. Wir bleiben auf äußere Sicherheit angewiesen, genau so wie die vor uns, und die davor und die davor ... und am Ende auch wie die nach uns.
Denn solange wir so weitermachen, verlassen wir uns einerseits auf die gleiche "Leistung" von unseren Kindern und behandeln andererseits unsere Mitmenschen wie kleine Kinder! Die anderen zu "behüten" und zu lenken ist doch nicht unsere Aufgabe, nicht unsere Verantwortung! Die anderen sind doch erwachsene Menschen! Okay, viele können sich eben nicht gut selbst halten und sind so gesehen auf unsere Verantwortungsübernahme "angewiesen", sie verlassen sich zumindest darauf. Aber lernen können sie es auch erst dann, wenn wir damit aufhören und ihnen zumuten - und zutrauen! - selbst die Verantwortung für sich zu übernehmen.
Wenn einem die Freiheit genommen wird, wenn sie einem abgesprochen und eingeschränkt wird, dann ist das schlimm. Vor allen Dingen da, wo man sie nicht hat, da spürt man, dass sie fehlt. Da kann / darf / muss man für die Freiheit kämpfen und Widerstand leisten gegen das oder den, der sie einschränkt. Hat man sich dann Freiheit erkämpft, dann spürt man sie im Kontrast besonders deutlich, zumindest vorübergehend.
Aber was ist, wenn die Freiheit nicht erkämpft werden muss, wenn sie einfach da ist? Kann man sie dann spüren? Ich sage: Ja! Frei bin ich doch dann, wenn ich eben nicht dafür kämpfen muss! Dann kann ich loslassen und mich öffnen, dann kann ich "sein", und nicht "auf der Hut sein", ohne Verteidigungshaltung und Kampfbereitschaft. So fühlt sich für mich wirkliche Freiheit an.
In unserer Gesellschaft treffe ich auf ein anderes Verständnis von Freiheit, eines das den Kampf braucht. Da gibt es eine Art von Freiheit, die nur dann gespürt wird, wenn sie gegen den Willen einer anderen Person verstoßen und sich gegen einen Widerstand durchsetzen kann. Da geht es in meinen Augen nicht um Freiheit, sondern eher um etwas wie Trotz, um den Sieg und um Macht, um oben und unten, um Hierarchie. Und wo es um Hierarchie geht, und darum, sich über jemand anderem zu positionieren, da geht es auch immer darum, jemand anderen unter sich zu positionieren.
Wer in diesen Strukturen denkt, der ordnet auch alles, was andere tun, in diese Denkweise ein. Der erlebt also alles, was nicht der eigenen Macht und Erhöhung dient, als Entmachtung und Erniedrigung, und als Kampfansage. Ein Gleich-Sein ist in dieser Struktur nicht möglich, und auch keine Freiheit, wie ich sie verstehe. Wenn die Freiheit des einen zwangsläufig die Freiheit des anderen einschränken muss, um fühlbar zu sein, muss sie auch zwangsläufig zu Kampf und Rebellion führen. Denn sobald die Rebellion ausbleibt, wird die Freiheit nicht mehr als Freiheit empfunden und muss noch mehr gegen den anderen ausgeweitet werden, um wieder als Freiheit gefühlt werden zu können. So lange, bis wieder gekämpft wird. Das ist doch keine Freiheit, das ist doch der Zwang zu kämpfen! Mit wahrer Freiheit hat das für mich nichts zu tun.
Für mich selbst einen Raum wahrer Freiheit zu erschaffen, in dem ich loslassen und mich öffnen kann um zu "sein", egal welche andere Vorstellung um mich herum gelebt wird, ist eine ganz schön große Aufgabe.
Es kommt mir so vor, als wären Freude und Glück in unserer Welt gleichzeitig total unüblich und absolute Pflicht. Einerseits gehört es ja schon fast zum guten Ton, dass man jammert und leidet, dass man Pech und Schmerzen hat und sich mehr oder weniger durchs Leben quält. Andererseits muss man auf die Frage "Wie geht es Dir?" immer mit "Gut" antworten, oder mit einem witzigen Spruch, und man soll ständig gut drauf sein, ausgelassen feiern und jeden Moment ganz besonders genießen. Überzeugend ist das meistens nicht. Natürlich gibt es auch echte, von Herzen kommende Freude in dieser Welt, aber präsent ist etwas anderes.
Also darf es mir nun gut gehen, darf ich mich wirklich freuen und meine Freude offen zeigen? Ja natürlich, sage ich! Und trotzdem ist da auch ein Nein, ein Zweifel. Was ist, wenn es mir besser geht als anderen, besonders wenn die mir nah sind? Lasse ich sie nicht hängen, wenn ich mich abgrenze? Bin ich es ihnen nicht schuldig, mich auch schlecht zu fühlen, wenn es ihnen schlecht geht? Bin ich nicht doch dafür verantwortlich, es für sie besser zu machen, und habe somit versagt? Steht es mir dann überhaupt zu, glücklich zu sein? Irgendwie mache ich mich ... strafbar, angreifbar, wenn ich froh bin. Hm.
Auf jeden Fall würde ich die Sicherheit des Unsichtbar-Seins verlassen, wenn ich mich wahrhaftig, also wirklich von Herzen freue. Ich würde auffallen, hervorstechen, sowohl aus der grauen Masse des kollektiven Trübsinns als auch aus der der aufgesetzten Lachgesichter, und das ist gefährlich. Mein heutiges Ich sagt "hä, na und?" aber das sitzt tief, und da ganz tief in mir drinnen, da ist die Gefahr wahr. In ganz vielen Bereichen habe ich die "Tarnkappe" schon abgelegt, sonst hätte ich wohl kaum diese Website, aber in Bezug auf wahre Freude gilt wohl noch irgendein eisernes Gesetz in mir, das mir verbietet, dieses "unfassbare Risiko" einzugehen. Das geht so weit, dass ich meine eigene Freude oft gar nicht erst aufkommen lasse. Und wenn sie doch einmal durch die Sicherheitskontrolle "durchrutscht", dann greift ganz schnell ein Reflex und bringt sie wieder unter Kontrolle. Deckel drauf, zu, sicher. Ha.
Dieses Gefühl kenne ich ganz genau, diesen Mechanismus habe ich schon lange enttarnt. Es gelingt mir in diesen besonderen Momenten auch immer besser, den Deckel offen zu lassen, zumindest für ein paar Augenblicke, manchmal auch länger, oder sogar ganz. Das ist so schön dann! Aber das funktioniert natürlich nur dann, wenn die wahre Kontrollinstanz darunter, die die Freude erst gar nicht richtig aufkommen lässt, einmal nicht greift. An dieser Stelle gibt es für mich wohl noch mehr zu sehen, zu fühlen, zu umarmen, bis auch diese Kontrollinstanz irgendwann aufhören kann zu arbeiten: nämlich dann, wenn sie nicht mehr gebraucht wird, um das, was da ist, vor mir selbst zu verstecken.
"Toller Text, Danke! 👍🏻🙏🏻👏🏻👏🏻👏🏻" (von M.)
Ach Mädchen ... ich hab dich lieb.
Du machst es Dir so unendlich schwer, dass es schon vom Zuschauen wehtut. Ich sehe Deinen Schmerz und ich sehe auch, wie wundervoll Du in Wahrheit bist. Das kannst Du noch überhaupt nicht sehen, aber ich weiß, dass Du es noch herausfinden wirst!
Ich bin bei Dir und halte Dich, die ganze Zeit, auch wenn Du es nicht merkst.
Kennst Du das, dass Themen und Sätze an einer bestimmten Stelle irgendwie hängen bleiben und dort auf Dich warten, bis Du wieder vorbeikommst?
Ich erlebe das immer wieder. Ich bin irgendwo, vielleicht auch unterwegs, und habe dort Gespräche oder auch einfach nur eigene Gedanken, und dann gehe ich weiter, das Leben geht weiter, und diese kleine Situation verschwindet aus dem Bewusstsein. Vielleicht war sie wichtig, vielleicht aber auch ganz bedeutungs- und zusammenhangslos. Wenn ich später versuchen würde, mich daran zu erinnern, dann würde ich oft nicht einmal die Situation wiederfinden, geschweige denn das Thema, und schon gar nicht den Wortlaut. Aber irgendwann komme ich an diese Stelle zurück, und plötzlich sind die Sätze wieder da! Ich höre sie wortwörtlich, wie sie an dieser Stelle gesagt oder gedacht wurden.
Manchmal spüre ich auch schon in dem Moment, dass ein bestimmter Satz wichtig ist, aber ich weiß noch gar nicht genau, warum. Also verschwindet das Ganze erst einmal aus meinem Bewusstsein. Der Satz wartet einfach dort auf mich, ganz geduldig, und wenn ich wieder vorbeikomme, dann ist er wieder da, und dann verstehe ich plötzlich. Besondere Momente sind das, die mich immer wieder verblüffen und staunen lassen. Sie machen mich dankbar, und irgendwie demütig.
Neulich war ich spät auf, mir war noch nicht nach Schlafen. Meine Tochter war im Wohnzimmer auf dem Sofa eingeschlafen und ich habe mit Kopfhörern Musik gehört, um sie nicht zu wecken. Draußen vorm Fenster war der Mond zu sehen, nicht ganz voll, aber er hat wunderschön die Wolken angeleuchtet. Lange war ich da und habe mich zur Musik bewegt, ich konnte gar nicht den Blick abwenden, so schön war es.
Irgendwann habe ich mich doch wieder dem Raum zugewandt und sah, wie meine Tochter mich beobachtete. Ich sagte so etwas wie: "Oh, ich wollte Dich nicht stören, schlaf ruhig weiter!" Und da sagte sie: "Ist doch schön, wenn man macht, was man fühlt."
Weise Worte, oder? Ja, es ist schön, wenn man macht, was man fühlt. 💖
Ich lese gerade viel in meinen Tagebüchern der letzten zwei Jahre. Dabei bin ich darüber gestolpert, dass ich es gar nicht ertragen konnte, mich auf Fotos und in Videos selbst anzuschauen. Ich war damals so "zu", und das war für mich auch auf Aufnahmen so unerträglich sichtbar und spürbar. Ich konnte es nicht aushalten, fand mich selbst dadurch ganz schrecklich.
Kein Wunder, dass ich so zugemacht habe, denn im Grunde genommen fand ich mich selbst als Gesprächspartnerin nicht wirklich beachtenswert. Je besser ich mich selbst kennengelernt habe, um so interessanter und annehmbarer fand ich mich. Es wurde nochmal besser, als ich gelernt habe, die Momente des Zumachens zu erkennen und bewusst gegenzusteuern. Solange ich still war, konnte ich mein "Abbild" sogar schön finden, nur beim Reden mochte ich mich immer noch nicht ansehen. Und irgendwann hab ich nicht mehr darüber nachgedacht.
Als ich das nun wieder gelesen habe, wusste ich gar nicht, wie es damit nun eigentlich ist, eben weil ich so gar nicht mehr darüber nachgedacht hatte. Also habe ich mir eine Aufzeichnung von einem Zoom-Treffen angeschaut, und zwar einen Teil, in dem ich viel rede. Und es ist so was von weg! Ich kann mich ansehen, mich ganz genau betrachten, und bin völlig erstaunt davon, wie uneingeschränkt schön ich mich finde! Nicht schön im Sinne irgendeines Schönheitsideals, sondern - schön halt!
Ich glaube das ist auch schon länger so, es war mir aber nie so bewusst. Schon gar nicht im Alltag. Da geht es mir selten darum, wie ich aussehe, oder darum, mit meinem Aussehen irgendetwas zu erreichen. Aber ich glaube, ich habe unterbewusst noch mein altes Bild, meine alte Wirkung im Kopf, wenn ich mit Menschen spreche, und das macht auch immer noch etwas mit mir. Darum möchte ich jetzt diese Erkenntnis mit in meinen Alltag nehmen: nein, ich sehe nicht (mehr) verstockt, versteckt, verhärtet, ver-irgendwas aus, ich sehe so aus, wie ich in Wahrheit bin: schön! Und irgendwie ... weich.
"Oh wie spannend! Das geht mir ganz genauso, dass ich mich nicht selber sehen und hören kann. So schön, dass es sich bei Dir verändert hat, das macht mir Mut! Danke fürs Teilen!" (von N.)
Was sind die Momente, in denen sich mein Herz verschließt und ich nicht mehr in der Liebe bin?
Gute Frage. Es ist die Hektik und Überforderung, die das macht. Überforderung mit äußeren Reizen: Krach, Menschen, Gewusel, Geblinke. Aber genauso kann ich von inneren Vorgängen überfordert sein: von Druck, Angst oder Schmerz zum Beispiel, oder wenn ich mir Gedanken über Erwartungen mache, die andere an mich haben könnten (das sind am Ende eigentlich eh meine eigenen Erwartungen, meine eigenen Vorwände). Dann geht mein Herz zu, aber oft merke ich es in dem Moment gar nicht so richtig. Meist merke ich es erst etwas später, oder viel später.
Es ist immer dann, wenn ich anfange zu bewältigen, statt zu leben! Das ist es also ...
Und was brauche ich dann, um mein Herz offen zu halten, um in der Liebe zu bleiben?
Tja, eigentlich steht das ja schon da: ich brauche mehr Bewusstsein dafür, was gerade passiert. Und dann brauche ich Ruhe, um aus dem Bewältigen aussteigen zu können. Also Langsamkeit, die Pause-Taste, das Anhalten. Erstmal nichts wissen müssen, nichts tun müssen. Atmen und in den Moment zurückfinden, in den Körper: Ins Herz und in die Liebe.
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